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Luggis „Eis-Rose“ & der Vinschger Liebes-Dreisatz: Warum der Valentinstag eigentlich vom Reschenpass kommt

Luggi der Lügner vom Reschnerhof & sein Kommentar zum Valentinstag

Wenn man Luggi fragt, was er vom Valentinstag hält, verzieht er erst einmal das Gesicht. „Pralinen? Blumen aus dem Plastikbeutel? Das ist was für Flachländer“, brummt er und stellt sein Glas ab.

Aber dann lehnt er sich vor, die Augen funkeln, und er erzählt die Geschichte, die im Reschnerhof als die „Wahre Legende vom Heiligen Valentin“ gilt.

 

Die Legende: Das Wunder vom gefrorenen See

Luggi behauptet steif und fest, der heilige Valentin sei gar kein Italiener gewesen, sondern ein verirrter Wanderer, der vor hunderten von Jahren genau hier am Pass im Schneesturm feststeckte. Er hatte nichts bei sich – keine Geschenke, keinen Schmuck. Nur eine vertrocknete Bergrose in der Tasche, die er seiner Liebsten im Tal mitbringen wollte.

Als er am Ufer vom (damals noch ungestauten) Reschensee rastete, passierte es:

„Die Kälte hier oben ist ehrlich“, sagt Luggi. „Sie konserviert die Gefühle.“

Angeblich war Valentins Sehnsucht so groß, dass der Boden um ihn herum taute, obwohl es minus zwanzig Grad hatte. Die vertrocknete Rose begann im tiefsten Winter zu blühen – mitten im Eis.

 

Der „Luggi-Test“ für Paare

Luggi schwört: Das passiert heute noch. Nicht mit echten Blumen, sondern mit dem Herzschlag. Er behauptet, dass Paare, die am 14. Februar über den Reschenpass fahren, einen ganz speziellen Test bestehen müssen:

  • Wenn man sich oben am See küsst und die Turmglocke (die ja eigentlich seit 1950 weg ist) leise im Kopf hört... dann hält die Liebe ewig.

  • Und wenn man dabei keine kalten Füße bekommt, ist es definitiv die/der Richtige.

Die Luggi-Theorie der Obervinschger Fruchtbarkeit

Doch Luggi wäre nicht der Casanova vom Oberland, wenn er nicht noch eine steile These parat hätte. Er behauptet nämlich, den wahren Grund für den Geburtenanstieg im Vinschger Oberland zu kennen – und zwar immer exakt neun Monate nach St. Valentin, also im Oktober.

Laut Luggi liegt das nicht nur am guten Wein, sondern am „Vinschger Liebes-Dreisatz“:

  1. Die dünne Luft: „Auf 1.500 Metern muss das Herz schneller schlagen, um Sauerstoff zu kriegen“, erklärt er. „Das Herz gewöhnt sich ans Rasen. Wenn man sich dann tief in die Augen schaut, weiß das Herz gar nicht mehr, ob es die Höhe ist oder die Leidenschaft – also entscheidet es sich für beides.“

  2. Das Zirbenholz-Phänomen: Luggi schwört, dass das Zirbenholz in unseren Bauernstuben den Puls senkt und die Träume intensiviert. „Man schläft tiefer, man träumt wilder – und man wacht mit einer Energie auf, die irgendwohin muss. Da ist das Frühstücksbuffet oft nur die zweitwichtigste Beschäftigung am Morgen.“

  3. Die „Vinschger Marille“ (flüssig): Ein kleiner Absacker an der Bar wirkt Wunder. „Das löst die Zunge und lässt die Komplimente fließen wie den Etsch-Quellfluss im Frühjahr.“

Luggis Fazit

Ob man Luggi alles glauben darf? Wahrscheinlich nicht. Aber eines stimmt: Die Luft hier oben ist so klar, dass man sich beim Reden nicht mehr verstecken kann.

 

„Der Valentinstag im Reschnerhof ist kein Feiertag für Floristen“, erklärt Luggi, „es ist der Tag, an dem man merkt, dass man gemeinsam gegen den Wind stehen kann.“ Er grinst und nimmt einen Schluck: „Und eine gute Pizza und ein Glas Rotwein bei uns im Haus helfen der Liebe definitiv mehr auf die Sprünge als jede Pralinenschachtel.“

 

Wer als Paar herkommt, geht meistens ein bisschen enger zusammengefügt wieder heim. Und für den Rest hat Luggi noch einen letzten Rat:

„Der Valentinstag bei uns ist kein Tag für Amors Pfeile. Hier oben nehmen wir die Armbrust. Die trifft genauer.“